Anklage

Die BVG
(im Folgenden Angeschuldigte genannt)

wird beschuldigt,
die Gesundheit wartender Fahrgäste, im Besonderen meiner eigenen,

strafbar als Körperverletzung gemäß § 223 StBG,

geschädigt zu haben.

Zum Tathergang: Am 1. März diesen Jahres, also heute, stand ich an der Tram-Haltestelle Heizkraftwerk der Linie 21, um wie jeden früh zur Arbeit zu fahren. Die Straßenbahn sollte laut Fahrplan um 8:47 Uhr abfahren, was sie jedoch nicht tat. Diese Bahn fiel aus. Die nachfolgende Bahn fuhr zwar, allerdings verspätet. Die Bahnen der Linie 21 verkehren im 20-Minuten-Takt. Somit musste ich etwa eine Dreiviertelstunde warten.
Durch die derzeitigen Temperaturen von -13 Grad Celsius kam es zu enormer Unterkühlung. Auch die heiße Wut über die Unzuverlässigkeit der Angeschuldigten führte zu keiner nennenswerten Aufwärmung.
Erklärungsversuche der Angeschuldigten oder sogar Entschuldigungen werden als Undschulds- oder Reuebeweis nicht zugelassen und führen demnach auch zu keiner Strafmilderung.
Grund: MIR WAR KALT, also so richtig echt saukalt.
Somit ist der Straftatbestand der Körperverletzung nach § 223 StBG erfüllt.

Es wird beantragt, die Angeschuldigte zu einer einstündigen Warterunde an einer frei wählbaren Haltestelle zu verurteilen. Für die Verbüßung der Strafe wird eine Frist von einer Woche gesetzt, so lange die Außentemperaturen noch denen zur Zeit des Verbrechens ähneln.

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