Liebesbrücke

liebesbrueckeGestern kauften der Vater meines Kindes und ich ein neues Doppel-Eltern-Bett. Seit seiner Geburt hat unser Kind den Platz im Bett neben mir okkupiert und seinen Erzeuger auf die Couch verbannt. Nun endlich hat der Vater revoltiert und Kraft seiner Wassersuppe den Kauf eines größeren Bettes angeordnet. Gesagt, getan. Rein in den Möbelladen, Bett ausgesucht und gekauft. Das Ding ist breit und sehr stabil. Da passt dann auch noch unser Hündchen mit rein. Allerdings besteht die Matratze nicht aus einem Stück, sondern ist zweigeteilt. Mit Lücke. Nicht sehr schön, aber dafür gibt es eine tolle Erfindung, die Abhilfe schafft: Die Liebesbrücke. Ein Schaumstoffkeil, der in die Ritze geschoben wird und somit die Lücke füllt. Super Sache, wenn da nicht dieser irreführende Name wäre. Bett mit Liebesbrücke – das klingt doch erstmal wie eine erotische Installation für gewisse Stunden. Wer sich jedoch die Nächte von Paaren mit Kleinkindern besieht, findet im Bett so einiges: Bilderbuch angucken, Nachtlicht-an-und-ausknipsen, Banane essen, Geschrei, Saft verschütten – Liebesspiele sind nicht dabei. Zudem verdient die Liebesbrücke diesen Namen auch schon deshalb nicht, weil tatsächlich leidenschaftlich Liebende sich wohl kaum von einem Spalt in der Matratze stören lassen, wenn sie es denn überhaupt bis ins Bett geschafft haben und nicht schon auf dem Sofa hängen geblieben sind. Die Erfinder dieses Keils hätten besser einen passenderen Namen gefunden. Wie wäre es mit Kinder-Besucher-Ritzen-Füller oder Kleinhund-Verschwindibus-Schutz. Diese Bezeichnungen treffen eher zu – und der Kassenbon liest sich weniger wie ein Besuch im Erotikshop.

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