Adventskalender

In diesem Jahr habe ich 4 Adventskalender – nochmal deutlich: V I E R – gebastelt: für mein Kind (natürlich für mein Kind), für meinen Mann (so eine Gute bin ich), für meine Mama (wie schon seit 20 Jahren) und sogar für meine Schwiegermutter (Pluspunkte sammeln für das nächste Fettnäpfchen). Und wie viel Adventskalender bekomme ich? KEINEN. Nochmal in Zahlen: 0. Nun ja, von meinem Kind war das nicht zu erwarten. Es ist gerade einmal 4 Jahre jung. Von meinem Mann war das auch nicht zu erwarten. Der ist zwar älter, aber diese Aufgabe stand nicht auf seiner To-Do-Liste. Hat ihm niemand drauf geschrieben. Meine Schwiegermutter hatte keine Veranlassung, das ist ok. Doch meine Mutter hatte eine Veranlassung, nein, nicht nur Veranlassung, ich würde sogar sagen, eine Pflicht. Das Argument, ich wäre ja nun schon 40 Jahre alt, kann ich nicht gelten lassen. Seit wann hat ein Adventskalender etwas mit dem Alter zu tun? Aber ich will gerecht sein: es ist nicht so, dass ich von meiner Mutter gar keinen Adventskalender bekommen habe. Nur eben nicht am 1. Dezember. Das ist der Tag, an dem mit dem Türchen-Öffnen begonnen wird. Das ist allgemein bekannt und kam keineswegs überraschend. Trotzdem ist meine geliebte Mutter in Verzug und schenkt mir den sehnsüchtig erwarteten Adventskalender erst am 8. Dezember. Die Verspätung macht sie mir tatsächlich mit dem Argument schmackhaft, ich könnte dann am 8. Dezember gleich ACHT Türchen auf einmal aufmachen. Was für eine Freude. Ich schlug ihr vor, mir den Kalender Heilig Abend unter den Baum zu legen, dann könnte ich gleich ALLE Türchen aufmachen und hätte noch viel, viel mehr Freude. Als Antwort kam nur ein müdes Lächeln. Dieses Versäumnis werde ich ihr wohl noch eine Weile vorhalten. Strafe muss sein.