Bücher

Hallo, ich heiße Anne und ich bin bibliophil. Ja, ich oute mich: ich mag Bücher. Vielleicht bin ich sogar etwas bibliomanisch mit kleinen Einfärbungen von Biblioholismus. Ich lese Literatur und Sachbücher nur analog; ich hasse E-Books. Ich mache Eselsohren in meine Bücher, kritzle Anmerkungen an die Ränder, ordne ihnen Zeitungsartikel zu. In regelmäßigen Abständen durchforste ich meine Bücherregale, nehme jenes oder dieses Buch in die Hand, blättere es durch, amüsiere mich über alte Notizen und fast schon museumsreife Zeitungsausschnitte, verschenke ich Bücher, dann nur mit Widmung. Entliehene Bücher mag ich nicht. Wenn mir ein Buch gefällt, soll es in meinem Regal stehen. Ich kaufe Bücher. (Aus finanziellen Erwägungen heraus bin ich auf gebrauchte Bücher umgestiegen.) Wichtig ist, dass sie mir gehören.
Wohnungen ohne Bücher finde ich komisch und leer und kalt. Wer kann so wohnen? Mit vielen meiner Bücher verbinde ich schöne Erinnerungen, die ich um mich haben, sehen und anfassen will. Und ich lese einige Bücher immer wieder. Zum Glück ist mein Gedächtnis recht löchrig, so dass ich bei den Krimis vergessen habe, wer der Mörder ist. Also immer wieder Spannung auf´s Neue.
Der Haken: mein Lebensabschnittsgefährte ist eher der praktische Typ und wird nicht müde, mich von den Vorteilen eines E-Books zu überzeugen: weniger Stauraum, weniger Staub, weniger Papierverbrauch, weniger Kosten (von der Anschaffung des Gerätes selbst mal abgesehen). All das kann ich nicht widerlegen, als Gegenargument nur meine Liebe für Bücher anführen – und jedes neu gekaufte Buch heimlich ins Regal schmuggeln.