Emanzipation vorm WC

Der Gang auf die Toilette in Restaurants ist immer gut für Überraschungen. Ob es nun das außergewöhnliche Waschbecken, das umfangreiche Angebot an Deos, Parfüms, Seifen, Lotions und Cremes, der direkt neben dem Klosett stehende gemütliche Schaukelstuhl (Wer ruht sich da wohl aus?) oder die humorvolle Dekoration sind, ich finde es immer spannend, was mich auf dem Örtchen wohl erwartet.
Manchmal gerate ich noch vor der Tür, also vor dem Betreten des Raumes ins Staunen. Die Beschriftung des WC´s für Männer und für Frauen kann schon mal zu philosophischen Betrachtungen führen. So neulich geschehen. (siehe Fotos)
Zunächst dauerte es einige Sekunden, bis ich mich einem der dargestellten Strichmännchen zugehörig fühlte und wusste, welche Tür ich nehmen muss. Dann aber wurde ich wütend. Das männliche Strichmännchen pinkelt im Stehen, das weibliche sitzt auf dem Klo-becken. In Zeiten der Urinella (trichterförmige Urinierhilfe für Frauen) auf der einen Seite und des hygienischen Einwands bezüglich Urinspritzer andererseits ist das ganz und gar nicht angebracht. Auch die Frau kann – wenn sie es möchte und ihre Urinella richtig anwenden kann – im Stehen pinkeln. Männer werden vermehrt gebeten, im Sitzen zu urinieren (wenn kein Urinal zur Verfügung steht). Oder aber sie beseitigen Pipispritzer selbst. Das will keiner. Also sitzen, was viele Männer in meinem Umfeld bereits – sogar freiwillig – tun.
Und nun muss ich diese WC-Schilder sehen und fühle mich prompt in meiner Emanzipation verletzt. Kurz überlege ich, die Toilette zu boykottieren. Dieser Protest könnte jedoch in die Hose gehen (im wahrsten Sinne des Wortes). Also lass ich es und benutze die Damentoilette – ganz traditionell ohne Urinella.

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